„Seid Ihr von allen guten Geistern verlassen?“ – So schimpften schon früher unsere Eltern, wenn wir ohne Rücksicht auf Verluste im Wohnzimmer, im Garten oder auch im Urlaub herumtobten. Aus Spaß antworteten wir dann noch: „Ja, und dafür haben uns die bösen Geiser in ihrer Gewalt!“

So lustig wir dies am Tage fanden, so unheimlich wurde uns das dann aber des Nachts, vor allem, wenn es auf Mitternacht zuging. Dann vermuteten wir unterm Bett, hinter der Gardine und dem Schrank immer einen Geist, erschraken, wenn der Wind an den Fensterläden der Bad Hindelang Ferienwohnungen rüttelte oder der Mond hinter den Bergen aufging. Urlaubszeit war für uns immer auch die Zeit der Gruselgeschichten am Lagerfeuer oder der Geistermärchen im Bett. Schließlich war es egal, wann wir endlich einschlafen konnten und am nächsten Morgen, sobald die Sonne in unser Zimmer schien war alles wieder vergessen.

Manchmal jedoch nahmen wir die Schreckgespenster und Geisterstimmen aus dem Urlaub auch mit nach Hause, so dass wir auch in unserem eigenen Pinolino Kinderzimmer keine ruhige Nacht mehr verbringen konnten. Entweder kamen sie als böse Träume zu uns oder sie überraschten uns sogar beim Versteck-Spielen auf den Spielanlagen im Wohngebiet, wenn wir gerade allein waren. Schon komisch, wie schnell man als Kinde von einem Rabauken zum Angsthasen werden kann.

Doch auch als Erwachsener ist man davor nicht gefeit, vor allem wenn man gern durch Kirchen und Museen und andere alte Dinge streift. Hin und wieder gibt es Momente, wo man glaubt, einen Geist gehört oder gesehen zu haben, was einen noch viele Monate lang beschäftigen kann