Event-Tourismus: Der Trend zum Spukschloss-Hotel
Geschrieben von Wolf am 20. May 2011 | Abgelegt unter Allgemein
Geister- und Spukgeschichten gehören schon seit alters her zu den beliebtesten Unterhaltungsobjekten. Ob als Buch oder Film, als Spukgeschichte am Lagerfeuer oder Geisterbahn auf dem Rummelplatz – sie erschrecken uns auf eine faszinierende Art und Weise. Zwar glauben die wenigsten Menschen an die Existenz übernatürlicher Kräfte, doch stellen sich sowohl bei Kindern und Erwachsenen beim Gedanken an Geister schon mal die Nackenhaare auf.
Viele Menschen finden es auch sehr unterhaltsam und spannend, sich an unheimlichen Orten auf die Suche nach Geistern oder sonstigen unerklärlichen Dingen zu machen. Dafür muss man nicht extra zum Schloss von Graf Dracula in Transsylvanien reisen, man kann auch bei einem Lüneburger Heide Urlaub der Existenz übernatürlicher Dinge auf den Grund gehen. Ein alter Landsitz wurde hier zu einem Spukschloss-Hotel umgebaut, d. h., man hat die alten Gemäuer einfach nicht saniert, sondern so gestaltet wie man sie nach 100 Jahren ohne Bewohner erwarten würde: bröckelnder Putz an der Wand, knarrende Dielen und Treppen, quietschende Türen und zugige Fenster. Das, worüber man sich sonst als Urlauber beschweren würde, gehört hier zum Konzept: Die Gäste sollen das Fürchten lernen.
Und damit das ganze noch glaubhafter erscheint, komme ich zum Zuge. Einige meiner Tonaufzeichnungen werden zu bestimmten Tages- und auch Nachtzeiten abgespielt. Das ist mal ein Flüstern oder Rasseln, mal ein Weinen oder Heulen, das den Hotelgästen einen Schauer über den Rücken jagen soll. Selbst die Profis vom Hotel Consulting bekamen Gänsehaut, als ich ihnen meine Aufnahmen vorführte.
Solche Spukhotels gibt es in verschiedenen Kategorien. Als leichter Spuk für Anfänger oder Familien mit Kindern, als mittlerer Gruselurlaub, bei dem auch schon mal ein Geist durchs Zimmer huschen kann, und als Hardcore-Horror Urlaub, bei dem alles dabei ist, was sich ein Geisterfan nur wünschen kann.
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